FAQ vierter Teil: der Weg zum Schlachter

Wie werden die schlachtreifen Tiere verladen und transportiert?
Über Tiertransporte liest und hört man wirklich nicht viel Gutes. Es hat viele neue Auflagen zum Schutz der Tiere gegeben – das ist unbestritten. Die Kontrollen nehmen zu und den echten Tier-Quälern in dieser Branche rückt man zu leibe. Trotzdem ist jede Minute eines Tiertransports eine Minute zu viel. Wenn dann noch Zeitdruck dazu kommt und Personal, was nichts mit den Tieren am Hut hat, dann wird’s immer schlimmer.
Und bei uns am Hof? Grundsätzlich eines vorab: Wir holen unsere Ferkel selber ab und wir fahren unsere Schlachtschweine selber zum Metzger. Richtig stressfrei verladen geht eigentlich nur, wenn die Tiere das „Verladepersonal“ kennen – es ist der Landwirt, der sie jeden Tag im Stall füttert – also eine vertraute Gestalt und ein vertrauter Geruch.
Für die Tiere läuft das ganze so ab: Erst mal gibt es was zu fressen für alle, damit sind schon mal alle Tiere abgelenkt. Die drei Schweine, die immer montags verladen werden, bekommen jetzt noch einen Tätowier-Stempel. Das ist unsere 6stellige Betriebsnummer, die mit einen kurzen Schlag auf die Schulter der Schweine eintätowiert wird. Und warum das ganze? Der Stempel muss auch nach dem Schlachten noch erkennbar sein, damit ein Herkunftsnachweis jederzeit möglich ist. Es muss zu 100 % sicher gestellt sein, dass UNSER Fleisch bei UNSEREN Kunden landet!

Danach werden die Tiere mit Treib-Brettern von den anderen getrennt und in den Auslauf des Stall gesperrt. Die anderen fressen in Ruhe weiter …
Jetzt kann man sich die Neugier der Schweine wieder zu Nutze machen, dann ihr ganzes Leben versuchen die Schweine, das Gelände außerhalb der Stalls zu erkunden, und jetzt geht die Tür auf und sie können raus. Klingt fies, ist aber die beste Möglichkeit, dass die Schweine alleine den Gang zum Anhänger entlang laufen und dann die Anhänger-Rampe hoch, wo frisches Stroh und ein paar Kartoffeln auf sie warten. Wichtig ist dabei, dass der Anhänger gut beleuchtet ist, denn Schweine laufen ungern ins Dunkle hinein.

Wenn sich doch mal ein Schwein dreht und zurück zum Stall will, dann steht man mit den Treibbretter dahinter und versucht das zu verhindern. Mit Kraft und Gewalt ist da nicht viel zu machen. Unsere Schweine wiegen oft mehr als 150 kg und haben eine „saumäßige“ Kraft und Kondition – bedingt durch den täglichen Auslauf. Da hat es der normale Schweinemäster leichter, denn diese trägen 100-kg-Schweinchen schiebt man schon mal alleine in den Hänger. Das geht bei unseren nicht ….!

Wenn alles gut geht, sind die Schweine in wenigen Minuten verladen: ohne Kreischen, ohne Wrestling-Einlage des Landwirts und ohne Stress (für beide Seiten) !! Da der Hänger groß genug ist und sich die Schweine auch an diese Umgebung erst Mal gewöhnen müssen, bleiben die Schweine meist eine halbe Stunde im Anhänger und werden anschl. zum Metzger gebracht. Bis dahin kehrt im Anhänger Ruhe ein und die Schweine legen sich hin. Geht die Fahrt los, bleiben sie meist im Stroh liegen.
Schon gewusst: Gestresste Schweine haben einen erhöhten ph-Wert und schütten Stress-Hormone aus – beides hat negative Auswirkungen auf das Fleisch später auf eurem Teller!

Was geht es beim Schlachten zu?
Zunächst die gute Nachricht: Der Schlachtbetrieb Lothar Kümpel aus Wickers ist genau 2 km entfernt, d.h. die Transportzeit beträgt keine 5 Minuten. Die Wartezeit bis zum Schlachten verbringen die Schweine im Anhänger oder in der Wartebox beim Metzger. Wir verhindern auf jeden Fall, dass sie mit anderen Schweinen noch zusammen treffen – Rangkämpfe kurz vor der Schlachtung müssen nicht sein!
Von einem Schlachtbetrieb haben viele sicher ein grausiges Bild. Natürlich ist das kein Freizeitpark, hier geht es schlichtweg darum, dass "vorne" die Tiere stressfrei und geordnet rein laufen und "hinten" fertige Schweinehälften ins Kühlhaus wandern. Auch auf dem letzten Weg unserer Schweine wollen wir sie ordentlich behandeln – da geht es vielen Artgenossen schlechter, die erst mal durch halb Europa gekarrt werden …. ! Für uns ist es wichtig, dass wir selber die Schweine einladen und zum Schlachter fahren, das ist die beste Qualitätskontrolle, ob alles ruhig und geordnet abgeht.

Sagen wir es mal so: die letzte Stunde ihres Schweine-Lebens ist nicht die beste – während der gut 4.300 Stunden bei uns auf dem Hof ging es ihnen besser …. aber zu dramatisieren braucht man da auch nichts.
Das Schlachten früher zu Hause im Hof mit Bolzenschuss-Apparat und Blut auf dem Hof war auch kein Vorzeige-Modell! Der reine Tötungs-Vorgang hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert, da habe die vielen Auflagen und Kontrollen wirklich eine Verbesserung gebracht.


Wie kommt das Fleisch zum Metzger?
Vom Rhönmetzger Kümpel geht das dann einen Tag später (>24 Stunden hängt das Schwein in der Kühlung) weiter zu Michael Zimmermann nach Steinhaus. Auch diesen Transport inkl. Ein- und Ausladen übernehmen wir selber. Dort werden die Schweinehälften dann zerlegt und zu den einzelnen Endprodukten wie Wurst, Schinken, etc. verarbeitet.
Der Stempel auf jeder Schweinehälfte, den ich selber angebracht habe, ist für uns die Kontrolle, dass genau diese Schweinehälften auch bei unserem Kunden ankommen.

Was wird aus dem Schweinefleisch hergestellt?
Es werden hauptsächlich Wurstwaren erzeugt in allen Variationen. Schaut bei uns vorbei, die Vielfalt an Schweinefleisch Produkten ist riesig!

Weiterlesen